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Das Spital stoppt planbare Operationen

Das Kantonsspital Glarus reagiert auf die steigenden Corona-Patientenzahlen: Es stellt nicht dringliche Operationen für stationäre Patienten bis vorerst Ende Oktober ein. Ärzte und Spitalleitung appellieren an die Bevölkerung, die Verhaltensempfehlungen einzuhalten.

Südostschweiz
Dienstag, 27. Oktober 2020, 04:30 Uhr Wegen steigenden Corona-Zahlen
Das Kantonsspital Glarus verschiebt nur wenig dringende Operationen – Notfälle werden versorgt.
ARCHIV

Das Kantonsspital Glarus (KSGL) stellt planbare, nicht dringliche Operationen für stationäre Patienten und Patientinnen vorerst bis zum 30. Oktober ein. Diese vorbeugende Massnahme hat die Corona-Taskforce des KSGL aufgrund der zunehmenden Spitaleinweisungen von Covid-19-Patienten im Kanton Glarus beschlossen. Das hat das Spital gestern Abend mitgeteilt.

Neun Covid-Patienten im Spital

Die Corona-Taskforce habe als Vorsichtsmassnahme beschlossen, das sogenannte elektive Operations-Programm für stationäre Patienten und Patientinnen zu stoppen. Dabei handelt es sich um sämtliche planbare Operationen, die längerfristig vorgesehen waren und nicht unmittelbar dringlich sind. Sie sind vorerst in Absprache mit den Ärzten sowie Patientinnen und Patienten verschoben worden.

«Der Anstieg von bestätigten Covid-Patienten mit einem komplexeren Krankheitsverlauf hat uns heute zu diesem rein präventiven Entscheid geführt», wird Markus Hauser zitiert. Er ist CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Kantonsspital Glarus AG. «Eine Prognose über die weitere Entwicklung der Spitaleintritte in den nächsten Tagen ist nur bedingt möglich. Es kann sein, dass es zu weiteren Einweisungen kommt. Mit dem OP-Stopp verhindern wir, dass unsere Kapazitätsgrenze rasch überschritten würde», informiert Hauser.

Am Montagabend waren im Kantonsspital Glarus neun Covid-19-Patienten und -Patientinnen in Behandlung. Davon war laut Mitteilung des Spitals ein Patient auf der Intensivpflegestation isoliert.

Notfälle werden versorgt

Die vom Spital getroffene Sofortmassnahme betrifft nur die aufschiebbaren Operationen für stationäre Patienten und Patientinnen. Sie gilt vorerst bis zum 30. Oktober. Notfälle und ambulante Eingriffe sind davon nicht betroffen. Die gesundheitliche Grundversorgung sei für die Glarner Bevölkerung jederzeit gewährleistet, so das Kantonsspital. Der Besuch von erkrankten Angehörigen ist im Rahmen des Schutzkonzepts möglich.

Nachdem der Kanton Glarus im Frühling weitgehend von hohen Fallzahlen verschont geblieben war, zeigt sich aktuell eine gegenläufige Entwicklung. Die Experten und Mitarbeitenden des KSGL appellieren deshalb an die Eigenverantwortung aller Glarnerinnen und Glarner. «Unsere Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal und die Geschäftsleitung rufen die Glarner Bevölkerung dazu auf, die Verhaltensempfehlungen von Bund und Kanton unbedingt einzuhalten. Hände waschen, Abstand einhalten, Masken tragen – das hilft uns allen», appelliert Markus Hauser. (mitg/uw)

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